Grundlegendes

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In den hier aufgeführten Beiträgen beschäftigen wir uns ausschließlich mit Motor Tuning, also der Leistungssteigerung. "Beauty Tuning" spielt für uns Hier keine Rolle. Sowas ist eher Kunst, und da ist jeder Künstler Individuell - Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Über sowas zu Urteilen steht mir hier nicht zu.

Angemerkt Sei an dieser Stelle auch noch, das jede in den Themen aufgeführte Leistungssteigerungmassnahme einzeln vom vorher gut eingestellten Serienfahrzeug erklärt wird. Nicht das Ihr glaubt, diese Tuningmassnahme hier bringt bis 20% mehr Leistung, diese 15% mehr und diese bis zu 50% mehr Leistung, jetzt habe ich also 85% mehr Leistung und meine 10kW Bashi hat jetzt plötzlich 18,5 kW... das ist Quatsch. Das ist hier nicht wie beim Kalorienzählen im Diätplan. Das hat auch bei den meisten dort schon nicht geklappt.

 

1. Das allererste wo von Ihr Euch beim Gedanken an Tuning trennen solltet, ist die Garantie oder gesetzliche Gewährleistung. Die ist mit dem Tuning nämlich abgelaufen. Wer zu auffällig Tunt (oder schreibt man das Tuned??? ;O) ) der kann auch seine Strassenzulassung gleich mit abhaken. Daher nur Fahrzeuge Tunen wo man eh keine Garantie mehr braucht (weil abgelaufen) - keinesfalls aber das Moped Tunen mit dem man jeden Morgen den Weg zur Arbeit bestreiten muss. Garade Einsteiger haben schnell einmal was zerstört und dann sind die Augen groß.

 

2. Das zweite was Ihr Wissen solltet, ist: Kraft kommt von Kraftstoff. Durch Tuning erhöht sich der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß eines Verbrennungsmotors. Ebenso wird mehr Luft verbraucht, was aber nur Öko Fritzen stört, denn auch wenn wir in Deutschland auf jeden Mist steuern Zahlen - auf die Luft die unsere Maschinen ausaugen zum Glück noch nicht.

 

3. Macht Euch gut mit den Abläufen in einem Verbrennungsmotor vertraut. Nur wer genau weiß, was er da tut, und was lieber nicht, hat auch Freude an dem was er da fabriziert. Ein verpfuschter Motor fährt nicht gut.

 

4. Macht Euch schlau, ob sich Euer Fahrzeug überhaupt zum Tunen eignet. Fahrzeuge sind in den wenigsten Fällen wirklich mit "Sperren" gedrosselt oder abgeriegelt, nur um Euch den Fahrspass zu vermiesen - meist stellt die moderate Leistung nur einen Kompromiss aus gutem Preis und noch ertragbarer Haltbarkeit dar. Je weniger PS ein Motor hat, desto Länger kann seine Lebensdauer - korrekte pflege und Wartung Vorausgesetzt - halten. Nimmt man ein und den selben Motor und betreibt diesen einmal mit 10Ps und einmal mit 20Ps, so wird der Motor mit der doppelten Leistung pauschal in Etwa nur ein Viertel so lange Leben wie der schwächere, bis grundlegende Komponenten wie Ventile, Steuerkette(n), Nockenwelle(n), Lager, Getriebe... gewechselt werden.  Mehr PS ist in allererster Linie also ein Kostenfrage.

Es ist sicher Toll wenn man immer als Erster am Ziel ist weil man am meisten "getunt" hat, doch ist es peinlich wenn die anderen dann langsam und cool an einem Vorbeituckern während man mit einem Schaden am Strassenrand steht. Den meisten jedenfalls ist sowas peinlich. ;O) . Bei anderen wederum gilt: wer sein Fahrzeug liebt, der schiebt.

Pauschal gesagt, ist 5kW auf 100cc Hubraum (beim 4 Takter) ein sehr gutes und langlebiges Verhältnis - in diesem Verhältnis hält ein Motor bei guter Qualität und guter Pflege etwa 100.000 Kilometer. Hätte der selbe 100cc Motor schon 10 kW, wäre er durchschnittlich schon bei etwas unter 25.000 Kilometer fast restlos verschlissen, Mit 20kW schon bei 6.000 Kilometern am Rande des Versagens. Durch hochwertigere Konstruktionen, bessere Materialen und eben doch viel größeren Einsatz von Geld gibt es dennoch gerade im Motorradbereich Motoren, wo manchmal auf 100cc Hubraum schon 20 kW kommen - und die halten dann auch mit einem Satz Kolben locker 50.000 Kilometer... Warum? - ganz Einfach: die Laufen ja nicht 50.000 Kilometer lang an der Leistungsgrenze.

So lässt sich ungefähr sagen, die Lebensdauer des Motors nimmt über den Zuwachs an Leistung quadratisch ab (Leistung x Faktor F = Lebensdauer / Faktor F zum Quadrat). Leistung x 2 => Lebensdauer / 4, Leistung x 4 => Lebensdauer /  16 !!! Im Übrigen erhöht sich auch der, ich nenne es mal spassenshalber: "Krach - Bum - Faktor" über die selbe Gleichung. Warum dieser Name? Er beschreibt die Quote der Schlagartigen, ohne vorankündigung Auftretenden Motortotalschäden - also "Krach - Bum, nichts geht mehr". Wenn man bei sowas dann in den Motor reinschaut sieht das nicht selten so aus, dass sich das meiste der Motorinnereien auf einen Schlag in einem Brei aus Altem Öl und "Getriebesand" verwandelt hat.

 

Ich persönlich bin zwar begeistert wenn eine Maschine etwas Dampf unter der Haube hat damit es einem beim Fahren noch etwas im Bauch kribbelt, doch bin ich auch immer wieder beeindruckt wenn ein Stück Technik wirklich lange hält. Ich meine richtig Lange. Gern erinnere ich mich da an meine 600er Yamaha XT aus dem Baujahr 1982 (ich fuhr Sie noch 2009!) sie hatte nur 20 kW, war durch die vielen Vorbesitzer verschrammt, zerkratzt, mehrere male Lackiert worden und hatte wirklich einige ausgeprägte Roststellen.... Na und? Diese Maschine hatte sage und schreibe 351.000 Kilometer auf der Uhr!!! Der absolute Wahnsinn für ein Motorrad. Ein echtes Lebendes Fossil inmitten von ´den kurzlebigen "Joungsters". Ein Zylinder, kein E - Starter, Nur Kick - und wer unter 80 Kilo wog hatte eh keine Chance bei dem rostbraunen Monster - eben Charme aus einer anderen Zeit. Offen sollte die Maschine wohl 34 kW Leisten, doch ist in mehreren Foren im Netz zu lesen gewesen, das hier kaum eine mit dem ersten Kolben die 100.000 geschafft hat.... Ich schwelge schon wieder in Erinnerungen.... zurück zum Thema:

 

5. Tuned immer nur eine Komponente auf Einmal. Sollte dann etwas nicht gleich richtig funktionieren, könnt Ihr den Fehler genauer eingrenzen. Ich habe schon Fahrzeuge zur Reparatur bekommen, da haben so richtige "Super - Zerschrauber" dran gewirkt. Die haben wie Wild an allen Schrauben gedreht, und dabei gar nicht gemerkt das es immer schlechter ging. Arbeitet ordentlich, mit System, strukturiert und genau - das zahlt sich sehr aus an der Freude die Ihr an und mit Eurem Fahrzeug haben könnt. Merkt euch mit System welche Schraube von wo Ihr wohin gelegt habt, und überlegt was ihr mit welchem Werzeug macht. Ein Aufgeräumter Arbeitsplatz ist in der Werkstatt ein guter Wegweiser zum Erfolg.

 

6. Diskutiert sowas vorher mit Freunden, Bekannten, oder anderen die Erfahrung mit sowas haben. Am besten jemanden zu solchen Arbeiten mit dazu nehmen, der einem Tips gibt und auf die Finger schaut. Es ist ein schönes Gefühl wenn man sowas professionel gebaut hat und sich dann mit seinem Kumpel noch auf ein Bier daneben setzen kann. Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen - Übung macht den Meister.

 

7. Nicht alle Tuningideen und Massnahmen (oder besser Tuningziele) sind miteinander Kompatibel, manche stehen sich geradezu als Antagonisten gegenüber. So zum Beispiel geht es nicht: Großes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und hohe Laufruhe___ + ___ Viel Leistung für Hohe Endgeschwindigkeit und sehr hohe Drehzahlen. Werdet Euch also vorher im klaren an welchen Fahrverhalten Ihr am meisten Freude habt.

 

8. Bastelt nicht Wild sondern Zielstrebig. Man kann eine Tolle Maschine auch "Kaputtreparieren". Irgendwann ist gut! (Spätestens wenn die Frau ruft: "Schatz, wir könnten mal wieder die Wohnung renovieren..." heißt es für Euch Jungs und Männer: sofort den Schraubenschlüssel aus der Hand fallen lassen und stramm stehen - Befehle erwarten und die einzig korrekten Antworten sind da "jawohl" und "sofort"!!!. "Wir", das heißt in diesem Fall "DU", und "könnten mal" heißt in 'Frau zu Deutsch übersetzt' "musst jetzt sofort". Also macht das zuerst wenn Ihr Leben wollt.)